Medienbericht über Thermo Lignum

by Claudia Klingspigl

Museumsobjekte – Hilfe wenn der Wurm drin ist

Salzburger Unternehmen

Museumsobjekte – Hilfe wenn der Wurm drin ist
3. August 2023, 10:31 Uhr/Redaktion Bezirksblätter - meinBezirk.at: Petra Huber

 

Firma "Thermo Lignum": Bernhard Schachenhofer, Geschäftsführer und Claudia Klingspigl, Marketing. Mit den RegionalMedien sprachen sie über das spezielle Verfahren zur Schädlingsbekämpfung, das gerne bei Museumsobjekten eingesetzt wird. Foto: Petra Huber

 

Schädlingsbekämpfung im Museum? Was im ersten Moment etwas kurios klingt, hat aber hohe Priorität – gerade bei wertvollen Gegenständen. Die Salzburger Firma "Thermo Lignum" hat dazu ein spezielles Verfahren entwickelt und ist international erfolgreich.

 

SALZBURG. Wenn schädliche Insekten in geliebte Möbelstücke geraten, ist das ärgerlich. Wenn sie sich jedoch in Ausstellungsobjekten in einem Museum vermehren, ist der Schaden groß. Hier muss schnell gehandelt und dabei natürlich darauf geachtet werden, die wertvollen Gegenstände nicht zu beschädigen.

 

Die Anlage von "Thermo Lignum" im Landesmuseum Thüringen in Deutschland. Dort werden die wertvollen Objekte sicher und schonend von Schädlingen befreit.

 

Schonende Technik

Die Firma "Thermo Lignum" hat für solche Fälle eine schonende und ökologische Technik entwickelt und baut diese Anlagen, oft direkt in den Museen auf der ganzen Welt. „Besonders wenn neue Ausstellungsobjekte reinkommen oder verliehene Objekte zurückkommen, ist es ratsam, dass diese vorher behandelt werden. Damit keine Insekten ins Museum eingeschleppt werden", erklärt Claudia Klingspigl von "Thermo Lignum", zuständig für das Marketing.

 

Regionale Schädlingsbekämpfung

Geeignet ist die Technik aber ebenso für ganz normale Holzgegenstände aller Art und auch regional wird damit den Käfern und Co. der Garaus gemacht. In der Stadt Salzburg gibt es eine eigene Anlage am Firmen Standort. Und mit der mobilen Anlage auf einem Lkw, ist man auch schnell vor Ort. "In Österreich wurde bisher noch keine Anlage, außer unserer eigenen gebaut. Es gibt aber durchaus regionale Kunden, z.B. das Salzburg Museum, die unsere mobile Anlage oder Firmenanlage nutzen", erklärt Bernhard Schachenhofer, Geschäftsführer von "Thermo Lignum".

 

Prospekt von "Thermo Lignum": Darauf zu sehen ist die mobile Anlage auf dem Lkw. Foto: Petra Huber

 

 

Wärme und Luftfeuchtigkeit

"Die Insekten werden quasi gedünstet", scherzt Klingspigl. Das Verfahren ist ein genau abgestimmtes Zusammenspiel aus Wärme und Luftfeuchtigkeit. Klingspigl erklärt, wie das genau funktioniert: "Ein Durchlauf dauert 16 bis 24 Stunden. Die Temperatur steigt dabei langsam auf maximal 58 Grad an. Bei dieser Temperatur wird das Eiweiß der Insekten zerstört. Danach sind die Schädlinge tot, kein Ei und keine Larve überlebt. Die Kunstwerke bleiben unbeschädigt."

 

Eine von mehreren Anlagen von "Thermo Lignum" in Norwegen. Foto: Thermo Lignum

 

Die Anlage selbst hat etwa die Größe eines Kühlcontainers. Es gibt eine Zu- und Abluft sowie Leitungen nach draußen. Von außen kann mittels Computer gesteuert werden, wieviel Wärme und Luftfeuchtigkeit hineingepumpt wird. Die Kerntemperatur ist abhängig von den Objekten. Je nachdem, ob es sich etwa um ein dickes Holzstück, ein Buch oder ein Gemälde handelt, müssen unterschiedliche Einstellungen gemacht werden.

 

Internationale Museen

"Wir werden oft schon in der Planung miteinbezogen, etwa beim Bau eines neuen Depots in einem Museum", führt Klingspigl weiter aus. Gerade im Depot befinden sich sehr viele Objekte, welche auch noch sehr nah aneinandergereiht stehen. "Ein Schädlingsbefall wäre fatal", betont Klingspigl. Nach dem Verfahren können die Objekte direkt in die Sammlungen integriert werden.

 

Im Sarawak Museum in Malaysia ist gerade eine der Anlagen von "Thermo Lignum" fertig gestellt worden.

 


25 Anlagen hat die Firma bisher weltweit gebaut und verkauft.
"Hauptsächlich in Europa – Norwegen etwa – ist das Angebot stark vertreten", erklärt Schachenhofer. Weitere Länder sind: Deutschland, Schweiz, Albanien, England, Azoren und "gerade wurde die neue Anlage im 'Sarawak Museum' in Malaysia fertiggestellt", erzählt Klingspigl.

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